Lebertran – Fettleber – Säuferleber – Leberstau – Leberentzündung – Leberwickel - Frei von der Leber weg – eine Laus über die Leber gelaufen –
Und sonst?
Die Leber befindet sich im rechten Oberbauch, unterhalb des Zwerchfells. Als größte Drüse im menschlichen Körper, sie ist ca. 1,5kg schwer, nimmt sie eine Schlüsselfunktion im Stoffwechsel des Organismus ein: mehr als 500 Stoffwechselvorgänge werden von ihr gesteuert. Sie ist eine unglaublich komplexe „Chemiefabrik“ – und ein enormes „Klärwerk“ in einem.
- Die Leber ist für die Reinigung des Blutes zuständig. Pro Minute filtert sie 1.5 Liter Blut. Die hoch spezialisierten Leberzellen untersuchen dabei jeden einzelnen Tropfen Blut auf seine Inhaltsstoffe. Dabei werden Nährstoffe verwertet, Fremdstoffe herausgefiltert und Gifte neutralisiert.
Des Weiteren ist sie
- Ein Speicherorgan für Glykogen, Blut Mineralstoffe und Vitamine
- Sie bildet Gallensaft, Cholesterin, Bluteiweißstoffe, Blutgerinnungsstoffe, Harnsäure
- Sie ist zuständig für den Kohlenhydrat-, Fett-, und Eiweißstoffwechsel
Ohne eine Leber ist es nicht möglich zu leben. Sie ist unentbehrlich! Darum hat sie auch eine unglaubliche Fähigkeit sich zu regenerieren! Bis zu 70% der Leber können, fast unbemerkt gestört sein – sie schafft es sich zu regenerieren… Das ist wunder-bar, kann andererseits zu Leichtsinnigkeitverhalten führen. Es beginnt kritisch zu werden, wenn die Leber sich dann doch mit Schmerzen meldet.
Unterstützendes und Entlastendes für dieses Wunderwerk bei seiner Arbeit:
- Wasser, Kräutertee, Saftschorle
- Mariendistelsaft/ -tee
- Weitestgehend naturbelassene Lebensmittel verwenden
- Viel frisches und junges Gemüse
- Bärlauch, Löwenzahn
- Soweit wie möglich auf Medikamente verzichten
- Ausreichend Schlaf - ab Mitternacht läuft die Regenerationsarbeit auf Hochtouren und erreicht gegen 2 Uhr den Höhepunkt der Aktivität.
- Leberwickel
- Fussbad/ Bad mit Lemongras-Öl
- Mittelfinger halten
Schon vor mehr als 2000 Jahren bezeichneten chinesische Ärzte die Leber als das zentrale Organ des Menschen. Die Leber ist wie die schaffende Kraft des Frühlings. Die Aufbruchsstimmung und Kreativität, das Schmieden neuer Pläne und der dazugehörige Tatendrang werden durch die Energie der Leber gefördert. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Leber dem Element Holz zugeordnet. Im Frühling treibt das Holz aus und die Natur beginnt zu sprießen. Für den Frühling steht die Phase des grünen ‚Holzes’ - im Frühling sprieß alles, neue Kraft schießt in die Bäume. Die Natur scheint zu explodieren, Blätter, Äste, Zweige und Stämme, alles sprießt und wächst.

Foto:Kathrin Nufer http://bilder-geschichten.blogspot.com/
Ist das Holzelement in uns gestört, werden wir unflexibel, rigide und können unsere Emotionen nicht angemessen äußern. Die Emotion die der Leber zugeordnet ist, ist die Wut.

Unterdrückte Wut, Starrsinnigkeit, aggressives Verhalten und übertriebener Perfektionismus sind Beispiele hierfür. Wut zu spüren zeigt eine kräftige Leberenergie. Wut auf die Dauer zu unterdrücken und/oder ständig wütend zu sein, schwächt diese. Wut ist ein Gefühl, dass uns etwas Wichtiges zeigen möchte. Irgendetwas blockiert den freien ungehinderten Fluss der Lebensenergie. Durch die Wut erkennen Sie diese Blockade und können handeln. Zu viel Wut oder über lange Zeit unterdrückte Wut rauben der Leber ihre Energie. Ständige Wut ist auch von der Natur nicht vorgesehen. Wut zeigt uns eine Störung an, wir reagieren darauf, indem wir die Störung aus der Welt schaffen und die Energien können wieder fließen.
Aus Sicht der TCM ist der Frühling auch die Zeit wieder rauszugehen und die über den Winter „eingerosteten“ Glieder zu bewegen. So sind nach TCM der Leber auch die Bänder, Sehnen und Muskel zugeordnet. Nach TCM speichert die Leber das Blut und versorgt die Sehnen, Gelenke und Muskeln mit Blut. So werden sie von Körper geschmeidig und elastisch gehalten.
Tipp: Viel Dehnen - schon morgens vorm/nach dem Aufstehen, begleitet von herzhaftem Gähnen
Machen wir es wie die Natur und blühen auf!