Sonne einsammeln

Sommerfreude - Licht und Wärme für die dunkleren, kälteren Zeiten und Stunden einsammeln, dass können wir jetzt mit dem Johanniskraut. In einigen Gegenden hat es den Namen Sonnwendkraut. Johanniskraut blüht, je nach Standort, zwischen Juni und September.So weist der Name Johanniskraut, auch auf die Blütezeit am  Johannistag - 24. Juni hin.

Zu finden ist Johanniskraut an sonnigen, trockenen Stellen, auf Hügeln und Äckern, Wiesen und Holzschlägen, in Wäldern und unter Hecken. Reich verzweigte gelbe Blütendolden leuchten uns, in etwa 25 - 90 cm Höhe, entgegen. Werden die glatten Blätter gegen das Licht gehalten, sind darin kleine helle Punkte zu entdecken. Wenn die gelben Blüten zwischen den Fingern zerrieben werden verfärben sie sich blutrot.

Rotöl ist eine andere Bezeichnung für ein wohltuendes Öl, das mit Johanniskraut bereitet wird: Dafür werden die frischen Blüten, auch Blätter können dabei sein,  mit reinem Olivenöl übergossen. In ein weißen Glasgefäß, zunächst unverschlossen, mit einem Mullläppchen o.ä. abgedeckt, 5 Tage in der Sonne stehen lasse. Dann das Glas verschließen; weiterhin in der Sonne stehen lassen, dabei einmal täglich schütteln.

Allmählich beginnt sich das Öl rot zu färben. Nach 5 -6 Wochen, wenn das Öl so richtig kräftig rot geworden ist, kann es abgegossen werden. Gehen Sie dabei ganz langsam vor. Zunächst das Öl von den “Feststoffen” trennen; dann am besten durch Teefilterpapier in gut verschließbare Flaschen laufen lassen damit die feineren Teilchen, die das Öl verunreinigen würden, zurück bleiben.

Dieses Öl ist sowohl für den inneren als auch für den äußeren Bedarf geeignet.

Aus der Naturheilkunde gibt es gute Erfahrungen bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Verrenkungen, Blutergüssen, Hexenschuss, Muskelschmerzen,  Neuralgien. Schon Hippokrates, Paracelsus und Kneipp berichten darüber. Verwendet wird es jedoch ebenso in der Schulmedizin und in der Homöopathie. Innerlich wirkt es bei Verdauungsstörungen, ist galletreibend und beruhigt einen nervösen, überreizten Magen. Nicht zuletzt sei die stimmungsaufhellende Wirkung genannt: schon im Frühherbst mit der Einnahme von täglich 1 Teelöfel Johanniskrautöl beginnen. So können dunkle, trübe Wintermomente heller werden.

Um einen Johanniskraut-Tee zuzubereiten, der in ähnlicher Weise wirkt, wird das ganze Kraut an einem schattigen, luftigem Ort getrocknet.

Für eine Tasse Tee wird von 2 Teel. getr. Johanniskraut ein Aufguss in üblicher Weise zubereitet. Dieser Tee entfaltet nicht sofort seine Wirkung sondern erst, wenn er kurmäßig über 2 Monate getrunken wird. 10 - 14 Tage vergehen bevor er überhaupt eine Wirkung zeigt.

Johanniskraut wird gut vertragen, jedoch während einer reinen kurmäßigen Anwendung pralle Sonne und Solarien meiden, da eine gewisse Lichtempfindlichkeit entsteht.

Auf jeden Fall ist es ein Kraut mit vielerlei Wirkung, das die Sonne für uns in seiner Blüte aufzubewahren scheint.

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